Miteinander reden, damit es besser wird.

Stand:
Eine Gruppe von Jugendlichen im Gespräch.
Off

In einer Modellkommune werden Kommunikationsstrukturen und Instrumenten zur Verbesserung und Sicherung der Qualität der Schulverpflegung erprobt

Projektbeschreibung

Steckbrief des Projektes "Etablierung von Kommunikationsstrukturen und Instrumenten zur Verbesserung und Sicherung der Qualität der Schulverpflegung in einer Modellkommune"

Projektzeitraum
Phase I: 2017/2018
Phase II: 2019/2020

Projektinhalt
In Schulen der Modellkommune werden Mensa AGs etabliert. Mit Unterstützung der Vernetzungsstelle befassen sich diese AGs mit allen Faktoren und Einflüssen des schulischen Mittagessens. Mittels verschiedenen Instrumenten werden Daten erhoben, Meinungen erfasst und zusammengetragen. Durch eine transparente Arbeitsweise werden die Erkenntnisse der Mensa AG mit dem Caterer kommuniziert, um gemeinsam die Schulverpflegung zu gestalten.

Hintergrund
Die Zufriedenheit mit dem schulischen Mittagessen alterniert im Schuljahresverlauf. Die Mensa AG soll vor Ort und im Kontext der Schule Probleme und Schwächen identifizieren und dokumentieren. Damit wird die Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit zur Erhöhung der Zufriedenheit der Schüler geschaffen. Dies ist ein elementarer Teil der Qualitätssicherung der Schulverpflegung

Projektziel
Entwicklung einer Handreichung zur autonomen Umsetzung einer Mensa AG als Basis der Qualitätssicherung der Schulverpflegung

Projektteilnehmer
Phase I: 1 Modellkommune mit etwa 10 Schulen
Phase II: 2 Modellkommunen mit etwa 15 Schulen

Projektverantwortlicher: Mike Ogorsolka

Erfolgreiches Netzwerken in der erste Projektphase

Neun Jenaer Schulen für eine bessere Verpflegung

Kartoffeln werden nur noch vor Ort frisch geschält. Der Speiseplan umfasst jeden Tag eine vollwertige fleischlose Mahlzeit. – Das sind zwei von zahlreichen Verbesserungen, die neun Jenaer Schulen seit Dezember 2017 umgesetzt haben. In den vergangenen zwölf Monaten haben diese Schulen in Trägerschaft der Stadt ihre Schulverpflegung in den Fokus gerückt. Das gemeinsame Ziel: Gesundes Essen, das schmeckt, und Speiseräume, in denen sich Schüler und Schulpersonal wohlfühlen.

Unterstützung kam dabei von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Thüringen, einem Projekt der Verbraucherzentrale Thüringen, gefördert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Das Team der Vernetzungsstelle begleitete die Schulen fachlich, moderierte und knüpfte das Netzwerk. Auf diese Weise profitierten die Einrichtungen voneinander. Zum Ende des Jahres fand das Projekt seinen Abschluss. Was die Schüler, Lehrer, Eltern und Caterer erreicht haben, wird indes nachwirken. Ob es eine zweite, moderierte Projektphase geben wird, steht noch nicht fest.

„Ich denke, wir dürfen mit Recht von einem erfolgreichen Jahr sprechen“, sagt Mike Ogorsolka von der Vernetzungsstelle. Von den 8700 Schülern in Jena war rund die Hälfte über ihre Schule in das Projekt einbezogen. Um Probleme zu identifizieren und an Lösungen zu arbeiten, gründeten sich an den drei Grundschulen, vier Gemeinschaftsschulen und zwei Gymnasien jeweils Mensarunden. „Eine Runde zählt meist fünf Mitglieder. Die kommen aus der Schüler- und Elternschaft, vom Schulpersonal oder Träger sowie teilweise vom Caterer“, erläutert Mike Ogorsolka. Jede Runde traf sich einmal pro Quartal.

Beispiele für erfolgreiche Projekte

Die Speiseräume der Grundschulen Nordschule und Westschule weisen eine vergleichbare Akustik auf. In beiden maß die Schule, unterstützt von der Vernetzungsstelle, die Lautstärke. Die Nordschule hatte bereits Maßnahmen ergriffen, um den Hall zu reduzieren. Angeregt davon setzte die Westschule Ähnliches zu kleinem Geld um. Beispielsweise durch Platzierung von Moderationswänden, als mobile Schallschutzwände, wurde die Lautstärke um 4 bis 5 Dezibel reduziert. Der Träger erhielt eine Empfehlung, mit welchen Investitionen die Situation weiter verbessert würde.

Der Mensarat der Gemeinschaftsschule Wenigenjena hatte eine Leistungsbeschreibung erarbeitet, die sich an den Caterer richtet. Mit den Erfahrungen der Kaleidoskop-Schule und dem Otto-Schott-Gymnasium wurde die Beschreibung, auf der Basis der Jenaplanschule, noch einmal aufs Tableau gehoben. Die neue Leistungsbeschreibung könnte eine Grundlage für alle 27 Schulen des Trägers bieten – so würden alle Schüler von der Arbeit der drei Mensarunden profitieren.

Die Schülerschaft des Ernst-Abbe-Gymnasiums empfand die Mittagsmahlzeiten als zu kalt. Die Schüler der Mensarunde maßen über einen gewissen Zeitraum die Temperatur der Speisen. Mit dem Ergebnis konnte sie den Caterer überzeugen, einen Tellerrechaud anzuschaffen, der die Teller anwärmt.

Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung unterstützt Schulen in Thüringen bei der Verbesserung ihres Verpflegungsangebotes. Wir beraten Sie zu Ihrem Speiseplan, verleihen Geräte zur Überprüfung der Lautstärke in der Mensa oder der Temperatur der Speisen. Kontaktieren Sie uns hier.

Erstes jährliches Vernetzungstreffen der Mensarunden in Jena

Zum Abschluss der ersten Projektphase trafen sich am 26. November 2018 Vertreter aller Mensarunden, darunter Schüler, Lehrer, Eltern, Caterer und der Träger der Schulen. Der Projektkoordinator Mike Ogorsolka stellte die ersten Projektergebnisse vor und die stellvertretende Leiterin der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Thüringen Katharina Berg wagt einen Blick in die Zukunft, wie es mit dem Projekt weiter gehen soll. Dank Frau Hühn der Firma MenüMobil – Ihr Frischedienst, ein Caterer in Thüringen, konnte ein spannender Einblick in die Kochtöpfe der Schulverpflegung gegeben werden. Auch der Träger der Schulen, die Stadt Jena, hat seine Vorstellung der Zukunft der Schulverpflegung dargelegt. Die Abschlussveranstaltung war gleichzeitig der Auftakt für die jährlichen Treffen aller Mensarunden einer Kommune, die jedes Jahr unter einem anderem Thema steht. Diese jährlichen Treffen ermöglichen den Austausch und die Vernetzung der Projektteilnehmenden damit die Schulverpflegung kontinuierlich besser und verstetigt wird. 

Abschlussveranstaltung des Bundesprojektes in der Modellkommune Jena
Foto: Verbraucherzentrale Thüringen
Das zweite Jahr voller Aktivitäten

Im zweiten Jahr der Projektförderphase I stand die Arbeit mit den Einrichtungen im Mittelpunkt. Viele Treffen der Mensa AGs und Räte der Stadt Jena wurden abgehalten und begleitet.

In dieser Phase des Projektes wurden außerdem Instrumente zur Qualitätssicherung getestet. Es wurden Schallpegel in Speiseräumen gemessen, die Temperaturen der Speisen bestimmt sowie die Speisereste gewogen. Letzteres führte zu einem umfangreichen Schulprojekt, dass auch in Zukunft jährlich durchgeführt wird um die Ergebnisse der einzelnen Jahre miteinander vergleichen zu können. Als erster Erfolg konnten die Speisereste um etwa 30% reduziert werden. Ein guter Schritt in die richtige Richtung.

Durch das Projekt wurde das Bewusstsein für eine ausgewogene, gesunde und ansprechende Schulverpflegung gestärkt. Zu Beginn wurden eher Fragen zu grundlegenden Inhalten besprochen, im Verlauf des Projektes wurden diese immer detailreicher. Den Projektteilnehmenden gelang es mithilfe der Instrumente selbstständig die Schulverpflegung an Ihrer Einrichtung zu optimieren.

Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung erhielten alle teilnehmenden Einrichtungen und beteiligten Personen einen guten Überblick zum Projekt. Es wurde aufgezeigt, welche Verbindungen unter den Einrichtungen bestehen und wer von wem profitiert. Hierbei wurde deutlich, dass eine digitale Austauschplattform nötig ist um einen gemeinsamen Austausch und die Vernetzung zu ermöglichen.

Die Frage zum Schluss: Wie geht es weiter? Zum einen zeigt diese Frage, dass alle, die am Projekt teilgenommen haben, weiterhin von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung unterstützt werden wollen, zum anderen wird deutlich, dass man mit dieser Form des Projektes wichtige Impulse setzt. Die erleichternde Antwort: Die Fortführung des Projektes ist geplant.

Die Vorbereitungen zur zweiten Projektphase haben begonnen. Es wurden erste Kontakte zu verschiedenen Landkreisen in Thüringen aufgenommen. Als zukünftiger Projektpartner konnte der Landkreis Sömmerda gewonnen werden.

Von der Stadt in den Landkreis – Projektförderphase II

Im Frühjahr 2019 konnte das Projekt den Schulleitungen des Landkreises Sömmerda vorgestellt werden. Unterstützung dafür gaben der Landrat Herr Henning, Frau Radestock als Leiterin der Schulverwaltung sowie die Landeselternvertreterin Frau Ziegenhagen.

In der Schulleiterdienstberatung wurde allen Schulleitungen das Projekt erläutert und um Ihr mitwirken gebeten. Um jedoch ausführlicher und tiefer auf das Projekt einzugehen wurde ein persönliches Treffen vor Ort an den Schulen vereinbart, in dem die aktuelle Verpflegungslage der Schule analysiert und ersten Aufgaben formuliert wurden. Die Schulen erhielten hierfür ein umfassendes Startpaket (Ordner Essen & Trinken, Qualitätsstandard für die Schulverpflegung der DGE, etc.) für eine ausgewogene und gesunde Schulverpflegung. Zusätzlich wurden Fragen ausführlich besprochen, beantwortet und Termine für einen Workshop zum Thema Speiseplancheck abgesprochen. Während dieser Phase konnten die anfänglich vorsichtig formulierten Ziele auch wegen des stetigen konstruktiven Austausches mit dem Schulträger nun klarer und greifbarer festgelegt werden.

Die Schulen in der Stadt Jena wurden weiterhin betreut. Sie übernahmen die Aufgaben der Qualitätssicherung weitestgehend selbstständig. Die Schulen beider Kreise profitierten voneinander. Der neue Blickwinkel von Schulen aus dem Landkreis Sömmerda eröffnete neue Betrachtungen in Jena und die Erfahrungen aus der ersten Förderphase des Projektes in Jena haben die Effizienz in Sömmerda maßgeblich beeinflusst. Von außen betrachtet erscheinen beide Kreise als sehr unterschiedlich, doch genau darin liegt die große Stärke, denn von diesen Unterschieden konnte viel gelernt und auch einige Gemeinsamkeiten entdeckt werden.

Die Arbeit im Jahr 2020

Die Schulen der Stadt Jena, die seit der ersten Stunde an dem Projekt beteiligt waren, haben sich beständig der Qualitätssicherung gewidmet. Die Mensarunden finden regelmäßig statt, in denen die Qualität der Schulverpflegung eine zentrale Rolle spielt. Die ersten längerfristig angesetzten Ziele, bspw. die Etablierung eines Tellerwärmers oder eines Salatbuffets, werden erreicht und die Arbeit der Schulen führte noch zu einem anderen Effekt. Durch die transparente, partizipative und kommunikative Arbeitsweise konnte in der Stadt Jena die Leistungsbeschreibung aktualisiert und besser an die Bedarfe der Schulen angepasst werden. Dies war vor allem deshalb möglich, weil sich viele Schulen dieses Schulträgers in das Projekt mit Ihren Wünschen und Vorstellungen aber auch Ihren Rückmeldungen und eigenen Erfahrungen eingebracht haben. Die aktualisierte Leistungsbeschreibung ist unter den Schulen anerkannt. Die Qualität der Schulverpflegung hat ein Niveau erreicht, welches nur wenige Wünsche bei den Schulen offenlässt. Weiterhin positiv durch die Projektarbeit zu vermerken ist, die regelmäßigen konstruktiven Rückmeldungen an die Caterer. Lose Kritik gehört der Vergangenheit an.

Im Landkreis Sömmerda beteiligten sich vor allem Schulen, die mit der aktuellen Situation der Schulverpflegung unzufrieden waren. Die teilnehmenden Schulen hatten ganz klare Vorstellungen davon, was sich ändern sollte, so gab es den klaren Wunsch nach einem ansprechenden Angebot von Salat und Rohkost. Auf der Ebene des Schulträgers wurde immer deutlicher, wie wichtig eine aussagekräftige Leistungsbeschreibung ist. Die Rückmeldungen aus den Schulen sorgten dafür, klare Kriterien für die Qualität des Schulessens zu formulieren, die überprüfbar und verständlich sind. Somit hat die Schulverwaltung des Landkreises Sömmerda sich dazu entschieden, die eigene Leistungsbeschreibung zu aktualisieren. Hier konnten die Erfahrungen der Schulen des eigenen Landkreises, aber auch die Erfahrungen aus Jena und dem gesamten Netzwerk der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Thüringen genutzt werden. Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Lockdown im ersten und zweiten Quartal 2020 veränderte sich auch die Arbeitsweise im Projekt.

Alles einfach zu stoppen war nicht möglich. Vor allem nicht, wenn Verwaltungsprozesse, wie eine Ausschreibung für die Schulverpflegung schon begonnen haben. Die Thüringer Schulträger haben trotz Lockdown zuverlässig und aktiv weitergearbeitet. Im Landkreis Sömmerda wurde die Ausschreibung weiter durchgeführt und zu einem guten Ergebnis gebracht.

Der Speiseplancheck wurde konsequent zu einer anwenderfreundlichen Hilfe weiterentwickelt. Außerdem wurde intensiv an Handlungsempfehlungen für Schulträger gearbeitet und ein gewinnbringender Austausch mit dem Netzwerk der Vernetzungsstelle Schulverpflegung gepflegt. Der Austausch mit Experten aus anderen Bundesländern ermöglichte einen anderen Blickwinkel auf die eigenen Ergebnisse. Es hat viele positive Rückmeldungen zu den entwickelten Instrumenten der Qualitätssicherung gegeben, damit verbunden, diese auch selbst einzusetzen. An dieser Stelle bedanken wir uns bei allen Schulen des Projektes für Ihre Ausdauer und Geduld bei der Erprobung und Testung dieser Instrumente. Dank dieser Arbeit konnten Instrumente entwickelt werden, die im gesamten Bundesgebiet als Unterstützung angesehen werden. Vielen Dank!

Beispiele aus den Projektschulen

Nachfolgend werden einige Beispiele aus der Projektarbeit vorgestellt, die in jeder Schule umgesetzt werden können.

Eine Projektschule wollte weniger Speisereste beim Schulessen erzeugen. Ziel war es, das Verhalten der Schülerinnen und Schüler zu verändern. Zu Beginn wurde die aktuelle Ausgangslage analysiert. Auf dieser Grundlage können die späteren Effekte überprüft werden. Die Schülerinnen und Schüler gestalteten Plakate, auf denen Fotos gezeigten, was alle durchschnittlich wegwerfen. Die Plakate gaben auch Tipps, wie viel weniger sich alle auf die Teller geben sollten, damit nicht mehr so viel Essen in der Tonne landet. Nach mehreren Wochen wurde die Messung wiederholt und hat ein fantastisches Ergebnis aufgezeigt. Es wurden fast ein Drittel weniger Speisereste weggeworfen. Dies soll aber kein einmaliges Ergebnis bleiben. Jedes Jahr sollen von nun an die Speisereste gemessen werden. Nach dem Motto: Wer ein Drittel einsparen kann, der kann auch noch mehr! Hier geht es zum Artikel aus der Presse.

Eine weitere Projektschule, in freier Trägerschaft, wollte einen Speiseplan, der von den Schülerinnen und Schülern entwickelt wurde. Eines war jedoch die Vorgabe: Dieser Speiseplan muss den Anforderungen des Qualitätsstandards für die Schulverpflegung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. entsprechen. Der Caterer unterstützte dieses Vorhaben, in dem er seine Bestelllisten und Komponentenkataloge zur Verfügung stellte. Ziel war es, dass der Caterer nach dem Projekt einen Speiseplan erhält, der mit seinen Komponenten zusammengestellt ist, die DGE-Anforderungen erfüllt und vor allem, dem Wunsch der Schüler entspricht. Nach Erhalt des Speiseplanentwurfes wird überprüft, was dieser Speiseplan kosten würde. Dann wird entschieden, ob dieser Speiseplan zur Anwendung kommt. Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung Thüringen entwickelte für dieses Projekt eine Workshopreihe. Im ersten Teil lernten die Schülerinnen und Schüler den Qualitätsstandard kennen, warum bestimmte Mengen vorgegeben werden und wie man einen Speiseplan grundsätzlich plant. Nach dem Workshop erhielten die Schülerinnen und Schüler vorbereitete Listen und die Komponentenkataloge. Jede Klassenstufe sollten dann zu allen Kategorien des Qualitätsstandards Wunschlisten erstellen. Auf der Basis dieser Wunschlisten erfolgte der zweite Workshop. Mittels der Ergebnisse der Listen konnte eine Woche geplant und den Schülern aufgezeigt werden, wie der Speiseplan entsteht. Die restlich drei Wochen erstellen die Schülerinnen und Schüler selbst. Nach der Fertigstellung des Speiseplanes überprüft die Vernetzungsstelle Schulverpflegung den Speiseplan und wird diesen im letzten Workshop mit den Schülerinnen und Schülern besprechen, um die letzten Feinheiten abzustimmen. Das Ergebnis steht noch aus, aber das Projekt bietet eine tolle Möglichkeit Schülerinnen und Schülern bei der Schulverpflegung mitbestimmen zu lassen und damit die Akzeptanz des Schulessens steigern zu können.

Eine andere Projektschule widmete sich der Lautstärke im Speiseraumeines Gymnasiums. Laut, lauter, am lautesten könnte man fast rufen. Dabei waren es nicht überwiegend die Essensteilnehmende, die für die Lautstärke sorgten. Der Speiseraum, ehemals Foyer und dementsprechend gestaltet und geplant, ist ein schöner offener und weiter Raum. Der Nachteil allerdings ist, dass sich in diesen Räumen oftmals der Schall von den Wänden wiederspiegelt und mittels Resonanz verstärkt. Dies führte zu einer starken Lärmbelästigung, bei Schülerinnen und Schülern, als auch bei dem pädagogischen Personal. Ein Mittel zur Lösung dafür sind Schallpegelmessungen. Warum eigentlich, wenn doch alle sagen, es sei zu laut, dann sollte da doch was dran sein, oder? Ja, sicherlich ist dies ein gutes Indiz, jedoch sind messbare Werte besser. Durch sie kann eine Maßnahme zur Lärmreduzierung auf Ihre Wirkung überprüft werden. Es wurde eine ausführliche Schallpegelmessung vorgenommen und dokumentiert. Diese bestätigte die subjektiv wahrgenommene hohe Lautstärke während der Mittagspause. Um dieser entgegenzuwirken wurden Akustikelemente an der Decke installiert und der Raum umgestaltet. Neue Regale dienen nicht nur der Aufbewahrung von Rucksäcken, sondern auch als Raumteiler. Damit brechen Sie den Schall und reduzieren die Lautstärke, ebenso wie die Akustikelemente. Eine Messwiederholung zur Überprüfung des Effektes steht noch aus, allerdings überzeugen bereits die subjektiven Eindrücke. Alle Beteiligten sind sich einig: Es ist leiser geworden. Ein Projekt, das das Wohlbefinden im Speiseraum steigert und zur Erholung in der Mittagspause beiträgt. Kleine Änderungen können hier einen großen Effekt haben.

 


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